Der Dax und Dow Jones 2017


Kann der DAX noch die 13000er Marke in 2017 erreichen?

Optimisten stellen die Frage anders: „Wann erreicht der DAX die 13.000er Marke in 2017?“ Am 22. Mai 2017 notierte der Index um 11 Uhr bei 12.651 Zählern, einem Plus von 13 Punkten gegenüber dem vorherigen Handelstag. Der Weg zielt offensichtlich nur noch nach oben.

 

Quelle: Finanzen.net

 

Ähnlich robust zeigt sich allerdings auch der Dow Jones 30.

 

Quelle: Finanzen.net

Deutsche Unternehmen trotzen den Stürmen

Natürlich gibt es, wie immer an der Börse, reichlich Unwägbarkeiten. Es gilt allerdings auch, dass die konjunkturellen Zeichen allgemein gutstehen. RWE schüttete trotz eines Milliardenverlustes eine kleine Dividende aus mit der Option, stattdessen Aktien zu wählen. Analysten halten die Aktie durchaus für attraktiv. Die Kosten für den Spin-off von Uniper und den Rückbau für Atomkraftwerke waren einmalige Aufwendungen, die in den kommenden Jahren wieder kompensiert werden dürften.

Die Deutsche Bank, der Prügelknabe der letzten Jahre im DAX, signalisiert ebenfalls eine Wende. Die milliardenteuren Prozesse in den USA bezüglich unsauberer Hypothekengeschäfte sind abgeschlossen, der Umbau der völlig überalterten IT im Konzern ist in Angriff genommen. Einzig eine Klage in Großbritannien könnte das Geldhaus vom Main noch teuer zu stehen kommen. Der Prozess wegen Absprachen bei Devisengeschäften ist noch nicht vom Tisch, die Klägerin hat inzwischen zwei Anwaltskanzleien beauftragt. John Cryan, der britische Vorstand der Deutsche Bank AG, verbreitete bei der Hauptversammlung auf jeden Fall reichlich Optimismus. Die Postbank wird allem Anschein nach im Konzern verbleiben, möglicherweise fokussiert sich die Bank wieder auf ihr Kerngeschäft, die Finanzierung des deutschen Mittelstandes und der deutschen Industrie. Die Investmentsparte soll auf jeden Fall schrumpfen.

Damit würde die Deutsche Bank der Strategie der Commerzbank folgen, die auf dem besten Weg ist, eine Sparkasse in Gelb zu werden. Zumindest zielt die strategische Ausrichtung des Unternehmens ganz klar in die Richtung der öffentlich-rechtlichen Institute ab. Fast öffentlich-rechtlich ist das Kreditinstitut ja schon.

Der weltgrößte Versicherer, die Allianz, überzeugt auch in allen Bereichen. Die Investmentbank HSBC hob kürzlich das Kursziel auf 184 Euro an. Der Kapitalpuffer, der für das Ladengeschäft notwendig ist, wurde anstandslos erfüllt. Mit 379 Prozent liegt die Solvabilitätsquote locker über den Anforderungen.

Für Schlagzeilen sorgte das größte deutsche „Familienunternehmen“ Volkswagen. Ferdinand Piech zog sich aus dem Geschäft fast vollständig zurück. Die Streitigkeiten im Aufsichtsrat waren dem 80jährigen Patriarch am Ende wohl zu viel, er gab sein milliardenschweres Aktienpaket ab. Noch schwebt der Dieselskandal über dem Konzern, aber dennoch hat sich die Aktie seit 2016 wieder berappelt und notiert im Mai 2017 rund 30 Prozent besser.

Der Exportüberschuss als Kritikpunkt

Die deutsche Wirtschaft boomt. Was den einen, dem Ausland, ein Dorn im Auge ist, kommt den anderen, dem Inland, zugute. Apple und Google mögen von der Marktkapitalisierung kaum zu schlagen sein, der Exportüberschuss wird aus dem Ausland immer häufiger kritisiert. Andererseits kann man es Daimler-Benz nicht vorwerfen, wenn sich US-Autokäufer für das Auto mit dem Stern entscheiden. Trumps Parole „America First“ scheint bei der Auswahl des Autos auf taube Ohren zu stoßen. Donald Trump selbst ist für die Börsen schon lange kein Impuls mehr.

Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die Bundestagswahl im September auf die Kursentwicklung der DAX-Titel haben wird. Unstrittig ist, dass eine Wiederwahl Angela Merkels für die deutschen Unternehmen Kontinuität der bisherigen Linie bedeutet. Ein Wechsel an der Führungsspitze der Republik könnte zumindest kurzfristig für ein Innehalten und Abwarten der Investoren bedeuten. Allerdings ist es noch eine Weile hin bis zu den Wahlen, das Tempo, mit dem der deutsche Leitindex steigt, lässt die Hoffnung wachsen, dass die 13.000er Marke noch im Vorfeld erreicht wird.

Die Rückkehr der Deutschland AG?

Googles Allmacht bereitet einigen Konzernen aus dem DAX Sorge. So haben die Allianz, Deutsche Bank, BASF und andere eine Kooperation geplant, um ähnliche Datenbankstrukturen wie Google zu entwickeln, um dem US-Riesen Paroli zu bieten. Dies erinnert ein wenig an die Deutschland AG der siebziger Jahre. Jeder saß bei jedem im Aufsichtsrat. Vertreter von Bilfiger und Berger lenkten die Geschicke der Deutschen Bank mit, die BASF nahm Einfluss auf die Geschäftspolitik von Daimler-Benz. Ziel der „Deutschland AG“ war es, ausländische Unternehmen vom deutschen Markt so gut es ging, fernzuhalten. Dazu bedurfte es keiner hohen Einfuhrzölle. Man war unter sich, der Informationsvorsprung reichte aus, um ausländische Firmen bei Auftragsvergaben außen vor zu lassen. Erst mit der Globalisierung der Wirtschaft fiel dieses „nicht-existierende“ Konstrukt auseinander.

Der DAX jedenfalls geht offensichtlich nach wie vor weiter rosigen Zeiten entgegen.