Industrieproduktion in Deutschland sinkt


Deutsche Industrieproduktion fällt, Exporte und Importe gehen zurück

Die Devisenmärkte sind unbestritten schwer berechenbar, wie jeder Devisenhändler weiß. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Terminmärkte wirtschaftlichen Unsicherheiten unterliegen und dass eine Vielzahl von Faktoren und Ereignissen bei den Investoren Verwirrung anrichten können. Ohne diesen Grad an Unbeständigkeit würde allerdings niemand Gewinne machen .

Diese Ereignisse können sowohl wirtschaftlicher als auch poltischer Natur sein und es gibt auch eine Vielzahl andere Faktoren, doch in den vergangenen Wochen haben die fallenden Aktienkurse und der Rückgang des Rohölpreises schwerste Auswirkungen auf die Wirtschaft weltweit hinterlassen.

Die deutsche Industrieproduktion geht zurück

In Deutschland ist ein Rückgang der Industrieproduktion im Jahr 2015 zu verzeichnen. Viele sehen dadurch einen deutlichen Wertverlust des Euros voraus.

Die kürzlich veröffentlichten Zahlen für Dezember 2015 haben enthüllt, dass Deutschland, die größte Wirtschaftsmacht der Eurozone, zum Abschluss des Jahres einen starken Rückgang der Industrieproduktion zu verzeichnen hatte. Dies ist bereits der zweiten Monat in Folge mit rückläufigen Werten, wobei sowohl Importe als auch Exporte gleichermaßen abnehmen.

Im Dezember sank die Industrieproduktion um besorgniserregende 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat; das sind klare Indikatoren, dass die Auswirkungen der schlechter werdenden allgemeinen Aussichten sich schon jetzt bemerkbar gemacht haben.

Seltsamerweise erscheinen diese Zahlen zur gleichen Zeit, in der Deutschland ein Rekordhoch der Beschäftigungszahlen und ein verstärktes Wachstum der Konsumausgaben verzeichnet, was auf die höhere Beschäftigung und niedrigere Benzinpreise zurückzuführen ist. Die niedrigen Energiekosten hatten dazu beigetragen, die monatlichen Gesamtausgaben der Haushalte zu reduzieren.

Ungeachtet dieser positiven inländischen Daten enthüllen die Zahlen des Monats Dezember eine besorgniserregende Wahrheit: Deutschland leidet unter den Auswirkungen des langsameren Wachstums in China und in vielen anderen Schwellenländern, was diesem positiven Trend natürlich schadet.

Andere besorgniserregende Statistiken

Diese Angaben bieten nicht den einzigen Einblick in Deutschlands zunehmend anfällige wirtschaftliche Situation. Ein unabhängiger Bericht, der vom Bundesamt für Statistik zusammengestellt wurde, zeigt einen ähnlichen Trend für die Im- und Exporte mit Hinweis auf einen saisonal angepassten Rückgang um jeweils 1,6 Prozent. Danach schmälerte sich der landesweite Handelsüberschuss im Monat Dezember auf 18,8 Mrd Euro. Angesichts dieser Zahlen erkannte die deutsche Regierung die zunehmende wirtschaftliche Anfälligkeit und korrigierten ihre Wachstumsprognosen für 2016 von 1,8 Prozent auf 1,7 Prozent nach unten.

Diese Anzeichen einer Schwächung in einer der wichtigsten Volkswirtschaften der Eurozone könnten für die Nachbarländer auf dem Kontinent schon bald negative Auswirkungen verursachen, wie Experte Greg Fuzesi, Ökonom bei JP Morgan, erklärt. Nach seiner Prognose gefragt, erwidert er, dass “nach dem heutigen Bericht das Risiko abwärts verlaufe und eine Stagnation nicht ausgeschlossen werden könne“.

Kann Deutschland den Folgen des weltweiten Abwärtstrend entkommen oder wird es ein Opfer der allgemeinen Abschwächung? Die Waagschale kann sich in beide Richtungen neigen und nur die Zeit wird die wahre Antwort auf diese Frage zeigen können.