Fonds oder ETFs – welche Anlage ist besser?



Gerade in Zeiten niedriger Zinsen – und derzeit erleben wir eine Zeit, in der es im Grunde überhaupt keine Zinsen mehr gibt – suchen Anleger vermehrt ihr Heil in spekulativeren Investments, um überhaupt noch eine nennenswerte Rendite erzielen zu können. Dies ist aufgrund der langfristig hohen Ertragschancen in jedem Fall eine sinnvolle Entscheidung, doch der Markt für Aktienfonds und ETFs ist riesig und für den Laien nicht leicht zu durchschauen. Grundsätzlich stehen sowohl Kleinanleger als auch Finanzexperten häufig vor der Frage, ob es sich lohnt, einen Aktienfonds einem ETF vorzuziehen. Beide Investments haben Vor- und Nachteile, die es genauer zu beleuchten gilt.

Wo liegt der Unterschied zwischen Fonds und ETFs?

Ein ETF (Exchange traded fund) ist ein Aktienfonds, der nichts anderes tut, als die Zusammensetzung eines Index abzubilden. Ein ETF, der den DAX abbildet, wird also alle 30 Werte, die im DAX vertreten sind, einkaufen – und zwar genau in der Gewichtung, wie sie auch im entsprechenden Index vertreten sind. Natürlich gibt es nicht nur ETFs auf den Deutschen Aktienindex, sondern auf jede Menge weiterer nationaler und internationaler Indizes. All diese haben die Eigenschaft, dass sie keinem aktiven Fondsmanagement unterliegen und somit auch nicht das Ziel haben, besser abzuschneiden als der Markt.

Genau dieses Ziel hat aber ein aktiv gemanagter Aktienfonds. Denn dies ist das Versprechen des jeweiligen Fondsmanagements. Durch eine laufende Marktbeobachtung und aktives Kaufen und Verkaufen von bestimmten Werten soll es gelingen, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bessere Perfomance zu erzielen als der Markt. Selbstverständlich hat dieses aktive Fondsmanagement seinen Preis. Während ETFs eine höchst effiziente Kostenstruktur aufweisen, sind die Gebühren für Aktienfonds teilweise richtige Renditefresser. Eine Betrachtung der durchschnittlichen Kosten gibt Aufschluss über den gewaltigen Unterschied. Während ETFs mit laufenden Kosten von weniger als 0,5 % pro Jahr auskommen, knabbert der durchschnittliche Aktienfonds mit fast 2,3 % pro Jahr schon einiges der erzielten Rendite weg. Besonders bei einem langfristigen Anlagehorizont von mehr als 20 Jahren wirkt sich der Kostenunterschied erheblich aus und kann je nach Investitionsvolumen leicht über 10.000 Euro betragen.

Lohnt sich ein aktiv gemanagter Fonds?

Auf die Frage, ob sich die Investition in das teurere Produkt auszahlt, gibt es eine relativ klare Antwort, die durch verschiedene Studien untermauert wird: Nein, in den allermeisten Fällen nicht. Nur sehr selten gelingt es den Fondsmanagern, mit ihrem aktiv gemanagten Fonds den Markt zu schlagen. Um eine bessere Gesamtrendite zu erzielen, muss nämlich erst einmal die Kostendifferenz hereingewirtschaftet werden. Aufgrund dieser Tatsache nimmt der Geldzufluss in ETFs beständig zu. Die Mischung aus Kosteneffizienz und guter Wertentwicklung ist für Anleger höchst attraktiv.

Welche ETFs sind zu empfehlen?

Abseits der bekannten Indizes lohnt es sich, einen Blick über den großen Teich zu werfen und den Russell 2000 Index zu betrachten. Dieser Index repräsentiert die 2000 kleinsten Aktiengesellschaften des Russell 3000 und deckt soweit über 90 % der amerikanischen Small Caps ab. Derzeit existieren auf dem Markt 5 ETFs, die diesen Index abbilden. Hiervon ist der Xtrackers Russell 2000 UCITS ETF derjenige mit dem größten Volumen (ca. 850 Millionen Euro) und den niedrigsten Kosten.